Golf III VR6 Understatement
Der echte Wolf im Schafspelz
Für diejenigen die Leistung pur ohne viele Schnörkel mögen, habe wir hier ein echtes Sahnestück aufgebaut.
Die Tuning Ziele waren:
- V-Max mindestens 240 km/h
- Beschleunigung 0-100 km/h < 7 s
- Möglichst niedriger Spritverbrauch < 12 l SP/100 Km
- Alle Maßnahmen vom TÜV abnehmbar
- Standfestigkeit
- Alltagstauglichkeit
Basis
Golf III, Baujahr 92
Veränderungen
Motor: Komplett überholt und neu gelagert.
Neuteile
Wasserpumpe, Thermostatgehäuse, Steuerketten inkl. Gleitschienen und Steuerkettenspanner, Riemenspanner, Hydrostößel.
- Block aufgebohrt, gehohnt und geplant
- 83mm Schmiedekolben verbaut
- Zylinderkopf Ein- / Auslasskanäle strömungsgünstig bearbeitet und vergrößert
- Ventile strömungsgünstig bearbeitet
- Ansaugbrücke Kanäle vergrößert und poliert (Saugrohr angepasst)
- Ansaugkrümmer Kanäle vergrößert
- Schrick Nockenwellen 268 Grad ÜW
Fahrwerk
- Bereifung : 215/40 W 16
- Felgen: 7,5J*16
- Bremse: 330mm 4 Kolben
- Stoßdämpfer: Monroe Sensotreck
Weiteres Zubehör
- Supersprint Fächerkrümmer
- Metallkat
- K+N Luftfilter
- Ölkühler 19 Reihen
- Bastuck Auspuffanlage
- Anpassung des Motorsteuergerätes
Projektphasen
1. Nach ca. 1300000 KM waren bei unserem Golf die Gleitschienen der Steuerketten verschlissen was sich durch Rasselgeräusche bemerkbar machte. Da der Motor zur Instandsetzung ohnehin ausgebaut werden musste, lag es nahe ein paar Leistungssteigernde Veränderungen vorzunehmen.
2. Nach dem Ausbau fiel auf, dass die Wasserpumpe, das Thermostatgehäuse und der Riemenspanner ebenfalls am Ende Ihrer Lebensdauer waren und die Kupplung zwar noch gut aber nicht mehr für die Ewigkeit war. Kurz und gut, wir haben alles gleich mit erneuert.
3. Der zerlegte Motor zeigte folgendes Bild: Sämtliche Lagerschalen waren leicht eingelaufen aber unbedenklich. Die Kühlwasserkanäle und die Dichtflächen waren schon recht gammelig, vermutlich wurde ein ungeeignetes Kühlmittel verwendet. Die Kolben sahen noch sehr gut aus und auf den Zylinderlaufbahnen konnte man noch die Hohnspuren erkennen.
4. Bearbeitung
- Komplett überholt neu gelagert. Neuteile: Wasserpumpe, Thermostatgehäuse, Steuerketten inkl. Gleitschienen und Steuerkettenspanner, Riemenspanner
- Block aufgebohrt, gehohnt und geplant
- 83 mm Schmiedekolben eingebaut.
- Zylinderkopf Ein- / Auslasskanäle strömungsgünstig bearbeitet und vergrößert
- Ventile strömungsgünstig bearbeitet
- Ansaugbrücke Kanäle vergrößert und poliert
- Saugrohr angepasst
- Ansaugkrümmer Kanäle vergrößert
- Schrick Nockenwellen 268 Grad ÜW, neue Hydrostößel
5. Für erste Testfahrten wurde der Motor wieder in den Golf eingebaut ohne weitere Veränderungen an Auspuff und Fahrwerk vorzunehmen.
6. Schon beim ersten Starten des Motors fiel der sehr kernige Sound, selbst mit dem Originalauspuff mit keramischem Kat auf. Beim tritt aufs Gaspedal merkte man sofort das hier deutlich mehr Pferdchen als vorher bei der Arbeit waren, wer im 2 ten sein Gasfuß nicht im Griff hatte, merkte schnell das die 205er Reifen nur begrenzte Traktion zur Verfügung stellen. Leider starb der Motor bei abruptem Gaswegnehmen oft ab und der Leerlauf war ziemlich holperig, so das als nächster Schritt das Steuergerät in Angriff genommen wurde, Kennfeldverschiebung, Veränderung der Antaktzeiten der Einspritzdüsen, Erhöhung des Benzindruckes durch einen speziellen Druckregler waren die nächsten Schritte. Die Ergebnisse wurden auf dem Prüfstand überprüft und dokumentiert.
- 1. Messung des Originalmotors KM-Stand 130000: 168 PS bei 5800 U/min. Drehmoment 235 Nm bei 4300 U/min, Ansaugluftteperatur 23 Grad Celsius.
- 2. Messung getunter Motor ohne Steuergeräteänderung: 207 PS bei 5900U/min Drehmoment 265 Nm bei 4500 U/min, Ansaugluftteperatur 25 Grad Celsius.
- 3. Messung nach Steuergeräteoptimierung 218 PS bei 6000 U/min , 280 Nm Drehmoment bei 4500 U/min wesentlich gleichmäßigerer Drehmomentverlauf bei fülligerer Leistungskurve. Ansaugluftteperatur 25 Grad Celsius.
7. Jetzt ging es auf die Rennbahn und man muss sagen, der Golf macht so richtig Spaß. Der Durchzug und die Beschleunigung selbst von unten heraus sind einfach Zucker. Auf der langen Geraden klettert die Tachonadel auf 250 Km/h (VW Tachos sind schnell ) wobei es ab 5500 U/min etwas zäher wird. Beim Anbremsen vor der Kurve merkt man schnell das die ATE Powerdisks zwar gut verzögern, aber etwas mehr Bremse nicht schaden würde. Leider ging die Öltemperatur auch in den Bereich von über 140 Grad so, das immer wieder das Gas weggenommen werden musste.
8. Wieder Zuhause angekommen beschlossen wir weitere Maßnahmen zur Beseitigung der festgestellten Schwächen.
- 1. Bessere Bremse vorne
- 2. Fächerkrümmer Supersprint
- 3. Metallkat
- 4. Bastuck Auspuffanlage
- 5. 19 Reihen Ölkühler
- 6. 16 Zoll Bereifung 215/40 auf 7,5 J Felge
- 7. K+N Luftfilter
9. Gesagt getan und wieder ein Termin auf dem Prüfstand mit sehr befriedigendem Ergebnis: 229 PS bei 6200U/min Max Drehmoment 287 Nm bei 4600 U/min mit nochmals angepasstem Steuergerät, hervorragende Abgaswerte.
10. Wieder auf die Rennbahn: Auf der langen Geraden werden jetzt Tacho 260 erreicht (Gemessene 242) die Verzögerung der neuen Bremse erlaubt spätes anbremsen und macht auch bei mehrmaliger Vollbremsung aus 200 Km/h nicht schlapp. Die Öltemperatur erreicht nur noch max. 120 Grad. Der Sound der Bastuck Gruppe A Auspuffanlage ist sehr satt und unterstreicht die Potenz des Triebwerkes.
11. Jetzt zum TÜV: Nach Vorlage aller Unterlagen, Nachweis der Abgaswerte und genauer Begutachtung der Veränderungen durch den TÜV-Sachverständigen wurde unserem Golf per Einzelabnahme die Absolution erteilt.
12. Inzwischen wurden mit unserem Golf über 5000 Km auf der Straße zurückgelegt, der Durchschnittsverbrauch hat sich trotz sportlicher Fahrweise bei 10.9 Liter Superplus eingependelt.
